Warum ich eigentlich einen DaWanda-Shop eröffnet habe

Meine Shops laufen immer besser. Das freut mich natürlich. Witzigerweise kommt da gerade etwas ganz anderes bei raus, als ich mir bei der Eröffnung so überlegt habe. Aber ich bin ja flexibel.

Warum habe ich die Shops eigentlich eingerichtet?
Dazu ein kleines Roundabout: Wir sind eine gepatchworkte Familie. Ich habe drei Kinder im Alter von 12, 17 und 19 und mein Mann hat zwei Kinder im alter von 20 und 25, die alle bei uns im Haushalt leben. Einer arbeitet und gibt seinen Anteil zum Haushaltsgeld, drei machen dieses Jahr ihren Schulabschluss und gehen dann studieren, auf die nächste Schule und Ausbildung. Mein Mann arbeitet, ich studiere und bin freischaffende Künstlerin. Unser Einkommen ist objektiv betrachtet nicht schlecht, aber wir sind auch verdammt viele, die davon leben müssen.

Bis letztes Jahr hat der Vater meiner Kinder seinen Unterhalt gezahlt. Mal mehr, mal weniger, aber der Unterhalt kam und war wichtig. Und dann brach er weg. Nicht zum ersten Mal. (Liebe Väter und Mütter, bei denen die Kinder beim anderen Elternteil leben:  ihr macht es euch manchmal ganz schön einfach. Wir erziehen und versorgen eure Kinder und können auch nicht einfach sagen, dass wir jetzt mal für ein Jahr die Kinder nicht ernähren, weil kein Geld da ist.)

Ich stehe mitten im Examen und musste mir die Frage stellen, ob ich das (mal wieder) aus finanziellen Gründen unterbreche. Aber so werde ich ja nie fertig. Für BaföG bin ich zu alt (und das nicht, weil ich ein “Bummelstudent” bin, sondern weil ich erst eine Ausbildung gemacht habe, gearbeitet habe, Kinder betreut, dann abi nachgeholt habe, da die Schul- und Kindergartenzeiten sich kaum mit meinem Beruf vertragen haben und ich wenigstens voran kommen wollte. Dann Studium.  Und jetzt will ich fertig werden.

Was also tun? Als über 30 Jährige werde ich nicht mehr studentisch Krankenversichert. Und darf demnach auch nicht so arbeiten, wie Studenten. also im Semester unter 20 Stunden, außerhalb nicht über 40 Stunden, ohne aus der studentischen Versicherung geschmissen zu werden. Ich bin familienversichert und in Steuerklasse 5. wenn ich die 600 Euro fehlenden Kindesunterhalt verdienen möchte, müsste ich schon um die 2000 einnehmen, damit ich die raus habe. Und bitte wann sollte ich das mit einem normalen Job machen. Dennoch hatte ich keine Lust mehr, mich auf unzuverlässige Unterhaltspflichtige zu verlassen.

Also kam mir das mit dem DaWanda-Shop in den Kopf. Gewerbe anmelden und los gehts. Mein Mann und ich machen das zusammen, also haben wir eine GbR gegründet. Nebenberuflich. Und das Eichhörnchen ernährt sich mühsam, aber es wächst. Und ich habe richtig Spass daran bekommen, es kickt, der Umsatz steigt. Auch wenn der Gewinn noch nicht den fehlenden Unterhalt ausgleicht, sind wir auf dem Weg dahin.

 

Fazit: Der betreuende Elternteil zu sein ist zwar anstrengender, als der unterhaltspflichtige, aber man lernt kreativ zu sein. Und somit habe ich definitiv gewonnen.

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Eine Antwort auf Warum ich eigentlich einen DaWanda-Shop eröffnet habe

  1. Maja sagt:

    Ein toller Bericht und man kann dir echt nur gratulieren, wie du alles insgesamt hinbekommst.

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